Gefängnis in der Berggasse

Sepp Ahrer wurde im Verlauf der Februarkämpfe 1934 im Gefangenenhaus Steyr, Berggasse, hingerichtet. Wie in anderen Städten wurde nach den Ereignissen des 12. Februar auch in Steyr von den Siegern ein Exempel statuiert. Die Wahl fiel auf den 26jährigen Arbeitslosen Josef Ahrer. Durch ein rasch einberufenes Standgericht wurde der junge Sozialdemokrat Ahrer aufgrund einer erwiesenermaßen falschen Zeugenaussage wegen Mordes zum Tod verurteilt und am gleichen Tag, dem 17. Februar 1934 hingerichtet.

http://steyrerpioniere.wordpress.com/2011/10/09/josef-ahrer/

Hans Wagner wurde am 16.3.1914 in Linz geboren. Sein Beruf war Maurer. Er war Obmann der sozialistischen Arbeiterjugend SAJ Ennsleite. Er beteiligte sich an den Februarkämpfen 1934, wurde verhaftet und bekam acht Monate Gefängnis. Aus der Haft entlassen trat er zur KPÖ über und kämpfte für die Wiederherstellung der Demokratie. Am 10. Oktober 1936 wurde er wieder von der Bundespolizei Steyr festgenommen. Als er nach der Vernehmung im Kreisgericht Steyr-Stadtplatz vor dem Untersuchungsrichter in den Polizeiarrest Berggasse zurückgeführt werden sollte, riss Wagner sich los und rannte als guter Sportler in Richtung Zwischenbrücken. Der KPÖ-Funktionär Heinz Nigl erwartete Hans Wagner und brachte ihn mit einem Motorrad  über Aigen an die Grenze. Nach gelungener Flucht in die CSR nahm er nach kurzem Aufenthalt den Ruf der bedrohten spanischen Demokratie auf, ging nach Spanien und kämpfte gemeinsam mit Willi Diestelberger, Gottfried Greilhuber und Hans Hietler, alle aus Steyr, gegen den ersten Angriff des Faschismus gegen die europäische Demokratie.

Quelle: http://steyrerpioniere.wordpress.com/2012/01/27/hans-wagner/

Das Gefängnis Berggasse 6, Steyr:

Heute ist das Gefängnis eine Außenstelle der Justizanstalt Garsten als gerichtliches Gefangenenhaus in Steyr  (Berggasse 6) und ist dem Landesgericht Steyr angeschlossen. Das Gefängnis ist die kleinste Haftanstalt Österreichs und dient der Unterbringung von Freigängern und Insassen im gelockerten Vollzug. Bis April 2010 war es eine eigene selbständige Justizanstalt.

Die Errichtung der einstigen Klosteranlage, in der sich das Gefangenenhaus heute befindet, wird auf 1646 datiert. Erbaut wurde das Kloster ursprünglich für einen Cölestinerinnen-Orden. Dem großen Stadtbrand im Jahr 1727 fiel auch das Kloster zum Opfer. Nach dem Neubau der zerstörten Anlagen wurde das Kloster noch einige Jahre von einem Ursulinerinnenorden weitergeführt. Unter dem Reformer Kaiser Josef II wurde es aufgehoben, worauf die Stadt im Jahr 1786 das Gebäude übernahm und in ein Theater umbaute. In den nun noch verbliebenen Gebäudeteilen wurde die erste Strafanstalt eingerichtet. Diese wurde 1857 in staatliche Verwaltung übergeben und dem Kreisgericht Steyr organisatorisch angeschlossen. Seit diesem Jahr bestand die Justizanstalt Steyr als kleinste eigenständige Strafanstalt Österreichs und gleichzeitig als einzige Justizanstalt, die sich nicht im Besitz der Justizverwaltung oder der Bundesimmobiliengesellschaft, sondern im städtischen Besitz befand.

Aufgrund der geringen Größe der Anstalt sowie der Lage inmitten der Innenstadt von Steyr wurde immer wieder die Sinnhaftigkeit des Bestehens einer eigenen Justizanstalt hinterfragt.  Seit 13. April 2010 ist das Gefangenhaus Steyr endgültig eine Außenstelle von Garsten. Die Zahl der Haftplätze blieb mit 59 Plätzen gleich. Untersuchungshäftlinge sind seitdem in Garsten untergebracht und in Steyr Freigänger und Insassen im gelockerten Vollzug.

Die Todesbilanz des Bürgerkriegs in Steyr

Die Todesbilanz des Bürgerkriegs in Steyr

Quelle

http://de.wikipedia.org/wiki/Justizanstalt_Garsten_(Au%C3%9Fenstelle_Steyr)

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